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Alles Super oder etwa nicht?

Wenn der Superlativ Experten entlarvt

War da was? Am 11. März erschütterte ein gigantisches Erdbeben nicht nur das japanische Festland, sondern die ganze Welt. Dem Erdbeben folgte ein Tsunami, dem Tsunami die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Tausende Menschen verloren ihre Leben, Zehntausende ihr Hab und Gut, Hunderttausende Ihre Hoffnung auf ein gesundes, sorgenfreies Leben. Noch werden die Ereignisse, deren Höhepunkt eventuell noch gar nicht erreicht wurde, zwar regelmäßig in den Medien erwähnt, doch mussten sie inzwischen wichtigeren Dingen – etwa dem sensationellen Sieg von Schalke in Mailand – die großen Schlagzeilen überlassen. Dabei handelt es sich bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima doch um einen Super-GAU …

Was ist grösser als das Größte?

Zur Erinnerung: GAU bedeutet „größter anzunehmender Unfall“. Es fehlt dem Schreibenden leider die geistige Grundlage, um zu verstehen, was größer als das Größte überhaupt sein kann. Die Verwendung eines Superlativs im Zusammenhang mit einem Superlativ zeigt doch lediglich die Hilflosigkeit im Umgang mit der Sprache und die Unfähigkeit von sogenannten Experten, etwas Unfassbares, noch nie da Gewesenes zu erfassen.

Tatsächlich handelt es sich bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht um einen Super-GAU, sondern lediglich um einen Vorfall, den die sogenannten Experten nicht auf ihrer Rechnung hatten. Die Erfahrung aus 40.000 Jahren Menschheitsgeschichte zeigt, dass es solche Überraschungen immer wieder gibt und dass sie – gemäß Murphy – besonders gerne auftreten, wenn Experten bescheinigen, alles bestens im Griff zu haben. Der Grund hierfür ist einfach: Ihre statistischen Risikoabschätzungen taugen nur fürs Labor, wo Modelle isoliert ablaufen und sämtliche Parameter bestens bekannt sind. Solch geschlossene Systeme gibt es in der freien Wildbahn allerdings eher selten …

Scheinheiligkeit statt Einsicht

Im Zusammenhang mit Fukushima von einem Super-GAU zu sprechen ist darum der billige Versuch von Politikern und Experten, das Ereignis in eine Kategorie zu rücken, für welche sie keine Verantwortung zu übernehmen haben, weil absolut einmalig und deshalb unmöglich vorauszusehen. Richtig wäre jedoch das Eingeständnis, dass wir das wahre Ausmaß von komplexen Risiken niemals umfassend überblicken können und deshalb extrem vorsichtig mit Gefahren umgehen sollten, welche ein hohes Schadenspotenzial haben. Dies ist jedoch im Falle der Kernenergie nicht geschehen.

In meinem nächsten Beitrag werde ich Ihnen erläutern, welchen GAU wir als Nächstes zu erwarten haben und weshalb dieser SIE ganz persönlich betreffen wird.

Ihr,

Daniel S. Batt

www.lebonsens.de

14.4.11 14:00

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