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lles klar auf dem sinkenden Schiff?

Wird es die Politik wohl noch einmal schaffen, das in schwere Wasser geratene Schiff noch einmal unter Kontrolle zu bringen und in einen sicheren Hafen zu führen? Während ich diese Zeilen schreibe, machen sich wohl die ersten Bundestagsabgeordneten auf den Weg ins große Haus, um mit großer Würde und besorgten Gesichtern über einen Vertrag abzustimmen, den sie noch gar nicht kennen, weil er erst danach verbindlich beschlossen wird … Fassade ist alles, gelogen wird viel, alleine das Wissen scheint ziemlich beschränkt zu sein.

 

Immerhin der Sündenbock ist schon gefunden: die Banken!

 

Wer ist eigentlich schuld an der ganzen Malaise? Wer hat den Euro ins Wanken, die Banken an den Rand des Ruins, den Staat über den Rand seiner Belastungsfähigkeit? Wer gefährdet den Welthandel, den Sozialstaat und viele Millionen Arbeitsplätze in Europa und der Welt? Wer hat die Zukunft unserer Kinder verspielt? Wir alle wissen es: Es waren die bösen Banker!

 

Kaum einmal in der Geschichte der Moderne waren Politiker so dankbar über eine wirre Protestbewegung, wie in den Tagen, als Occupy Wall-Street die Schlagzeilen enterten und die wahren Schulden der Krise benannten. Oder können Sie sich daran erinnern, wann konservative Politiker das letzte Mal innerhalb von Tagen, ja Stunden auf einen fahrenden Zug linker Aktivisten aufgesprungen sind? Ich nicht.

 

Das alleine würde mich eigentlich schon misstrauisch machen, wenn ich die wahren Täter nicht längst kennen würde: wir alle. Schauen Sie doch einmal in ihre heimische Garage. Gehören Sie etwa zur schwindenden Minderheit, welche ihr Auto bar zahlen? Haben Sie eine Eigentumswohnung oder gar ein eigenes Heim? Aus dem Ersparten finanziert oder dank der gütigen Hilfe einer Bank? Abzahlungsverträge? Konsumkredit? Überziehungslimits bei der Bank?

 

Wir alle tun, was unseren Staat an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht hat und was wir unseren Banken vorwerfen, ohne etwas davon zu verstehen: Wir hebeln. D.h. wir multiplizieren unser Eigenkapital mit Fremdmitteln und pfänden dagegen unsere Zukunft. Und nun kommt die große Überraschung: Die Zukunft wird zur Gegenwart und die Schulden müssen bezahlt werden. Ganz einfach und voraussehbar.

 

Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert darauf, dass wir bereits heute konsumieren, was wir uns erst morgen leisten können. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist auch Ihr Arbeitsplatz nur deshalb entstanden, weil wir alle immer mehr Schulden machen. Fallen die Schulden weg, geht wohl auch ihre Stelle flöten. So einfach ist das. Mit Banken hat das nur insoweit etwas zu tun, als diesen in unserem System das exklusive Recht zugesprochen wird, neues Geld zu schöpfen. Nur, ohne den Bezüger eines Kredites, entsteht kein einziger Cent Neugeld. Dies ist das Wesen kreditgeschöpften Geldes.

 

Zeit ist Geld

 

Es geht auch ohne Kredite. Nur viel langsamer. Aber wir sind ja alle so ungeduldig geworden. In meiner täglichen Arbeit als Finanzplaner habe ich viele, meist weibliche Kunden getroffen, welche noch nach alter Schule leben. Sie kaufen nur, was sie sich aus ihrem Ersparten auch wirklich leisten können. Eine solche Politik, sei es im privaten oder öffentlichen Leben ist das einzig valuable Mittel solche Situationen, wie wir sie heute erleben, zu vermeiden. Aber das ist nicht gewollt.

 

Banker Bashing dient dazu, uns von der Eigenverantwortlichkeit zu drücken. Es ist deshalb kein Zufall, wenn Politiker so rasch reagiert und in den Chor der Banken-Kritiker eingestimmt sind. Das mag zwar der Masse der Bevölkerung Eindruck machen, bringt uns einer Lösung des Problems keinen Millimeter näher. Es würde uns im Übrigen auch nicht helfen, wenn wir nun auf die meist unfähigen Politiker einprügeln. Denn eines muss uns klar sein: Jedes Volk hat die Politiker die es verdient. Wir haben die Damen und Herren gewählt. Wer unbequeme Ansichten hat, wird in unserem System mit Sicherheit nicht gewählt. Kurz wir sind selber schuld und müssen darum die Suppe, die wir uns selber eingebrockt haben, auch selber auslöffeln. Ist bitter, führt aber kein Weg daran vorbei.

 

Noch ein letztes Wort zu den Bankern

 

Sollten Sie den Eindruck gewonnen haben, ich würde mich auf die Seite der Banker stellen, so liegen sie falsch. Ich glaube nur nicht, dass sie die wahren Schuldigen sind. Zumindest sind sie (moralisch betrachtet) nicht schuldiger wie wir alle. Ihre wahre Verfehlung liegt auf einer ganz anderen Ebene: Es ist nicht die Schuldenkrise, welche man ihnen zu Unrecht anlastet. Ihre wahre Verfehlung liegt darin durch ihr asoziales Verhalten, ihr auf monetäre Werte fixierte Politik Gesellschaften gespalten, moralische Werte zerstört und Hunger und Tod über die Welt gebracht zu haben. Die Mittel, welche die Gemeinschaft Ihnen ohne eigene Leistung vertrauensvoll zur Verfügung gestellt hat – nämlich die Berechtigung durch Kredit Geld zu schöpfen – missbrauchen sie rücksichtslos zum eigenen Vorteil. Wir tun gut daran, Banker vom hohen Ross zu holen und ihre Macht zu beschneiden. Die Schuldenkrise löst das allerdings nicht.

 

Ihr,

 

Daniel S. Batt

www.lebonsens.de

 

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1 Kommentar 26.10.11 14:04, kommentieren

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Alles Super oder etwa nicht?

Wenn der Superlativ Experten entlarvt

War da was? Am 11. März erschütterte ein gigantisches Erdbeben nicht nur das japanische Festland, sondern die ganze Welt. Dem Erdbeben folgte ein Tsunami, dem Tsunami die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Tausende Menschen verloren ihre Leben, Zehntausende ihr Hab und Gut, Hunderttausende Ihre Hoffnung auf ein gesundes, sorgenfreies Leben. Noch werden die Ereignisse, deren Höhepunkt eventuell noch gar nicht erreicht wurde, zwar regelmäßig in den Medien erwähnt, doch mussten sie inzwischen wichtigeren Dingen – etwa dem sensationellen Sieg von Schalke in Mailand – die großen Schlagzeilen überlassen. Dabei handelt es sich bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima doch um einen Super-GAU …

Was ist grösser als das Größte?

Zur Erinnerung: GAU bedeutet „größter anzunehmender Unfall“. Es fehlt dem Schreibenden leider die geistige Grundlage, um zu verstehen, was größer als das Größte überhaupt sein kann. Die Verwendung eines Superlativs im Zusammenhang mit einem Superlativ zeigt doch lediglich die Hilflosigkeit im Umgang mit der Sprache und die Unfähigkeit von sogenannten Experten, etwas Unfassbares, noch nie da Gewesenes zu erfassen.

Tatsächlich handelt es sich bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht um einen Super-GAU, sondern lediglich um einen Vorfall, den die sogenannten Experten nicht auf ihrer Rechnung hatten. Die Erfahrung aus 40.000 Jahren Menschheitsgeschichte zeigt, dass es solche Überraschungen immer wieder gibt und dass sie – gemäß Murphy – besonders gerne auftreten, wenn Experten bescheinigen, alles bestens im Griff zu haben. Der Grund hierfür ist einfach: Ihre statistischen Risikoabschätzungen taugen nur fürs Labor, wo Modelle isoliert ablaufen und sämtliche Parameter bestens bekannt sind. Solch geschlossene Systeme gibt es in der freien Wildbahn allerdings eher selten …

Scheinheiligkeit statt Einsicht

Im Zusammenhang mit Fukushima von einem Super-GAU zu sprechen ist darum der billige Versuch von Politikern und Experten, das Ereignis in eine Kategorie zu rücken, für welche sie keine Verantwortung zu übernehmen haben, weil absolut einmalig und deshalb unmöglich vorauszusehen. Richtig wäre jedoch das Eingeständnis, dass wir das wahre Ausmaß von komplexen Risiken niemals umfassend überblicken können und deshalb extrem vorsichtig mit Gefahren umgehen sollten, welche ein hohes Schadenspotenzial haben. Dies ist jedoch im Falle der Kernenergie nicht geschehen.

In meinem nächsten Beitrag werde ich Ihnen erläutern, welchen GAU wir als Nächstes zu erwarten haben und weshalb dieser SIE ganz persönlich betreffen wird.

Ihr,

Daniel S. Batt

www.lebonsens.de

1 Kommentar 14.4.11 14:00, kommentieren